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2011-02-08: MOBILE TIMES Weekly 0374
Neue Cyberkriminalität - Ist IP v6 unsicherer als IP v4? - Telefónica expandiert
    Ereignisse wie die Schneestürme in den USA, Wirbelstürme und Überschwemmungen in den USA oder auch nur die staatlich verordnete Abschaltung von Internet und Mobiltelefon zeigen uns, wie zerbrechlich unsere scheinbar so robuste technische Zivilisation geworden ist. Und sie wird, glaubt man den Sicherheitsprognosen 2011 z. B. von Cisco oder McAfee, noch mehr gefährdet. Indirekt besonders gefährlich scheinen die so genannten sozialen Netzwerke zu werden. Die Netze selbst sind an sich ungefährlich, aber was man dort von sich gibt, kann gefährden: Diebe und Einbrecher, die bei Twitter nachsehen, ob man daheim oder im Urlaub ist, sind da fast noch das kleinere Übel. Unabsichtlich Mitglied eines internationalen Verbrechersyndikates zu werden, indem man deren schmutziges Geld als «Money Mule» wäscht, ist eine sehr reale Gefahr, wie man an den inzwischen zu Gefängnisstrafen verurteilten deutschen Pensionisten, die sich dabei nichts gedacht haben, sehen könnte. Dass die Vereinten Nationen inzwischen vor der Gefahr von weltweiten Hungerrevolten warnen, weil einerseits Nahrung durch Spekulation immer teuerer wird und andererseits die Möglichkeiten, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, ausgehen, ist nur ein weiterer Stein im Mosaik. Dass der Mobilfunk dabei eine gewisse beschleunigende Wirkung hatte, muss allen klar sein, die sich erinnern, dass man vor wenigen Jahren noch bejubelt hat, dass durch das Handy arme Bauern in Entwicklungsländern endlich ihre Produkte zu faireren Preisen - was in diesen Fällen immer höhere Preise heisst - verkaufen können.
    Ein weiteres schon länger absehbares Problem ist nun ebenfalls virulent geworden. Der Internet-Adressraum nach IP v4 i(Internetprotokoll Version 4) ist vollständig vergeben worden. Es gibt keine freien Internetadressen mehr. Die Umstellung auf IP v6, das einen deutlich grösseren Adressraum bietet, ist bisher nur sehr zögerlich erfolgt. Zudem scheint es bei den Definitionen der Nutzung noch einige Ungereimtheiten zu geben, die erst ausgeräumt werden müssen. Das Nebeneinander von zwei Systemen zur Adressierung macht die Angelegenheit auch nicht einfacher.
    Ziemlich unbemerkt von der mobilen Weltöffentlichkeit baut die spanische Telefónica ihr Weltreich weiter aus. Nachdem Südamerika ziemlich fest im Griff ist - auch das mobile Banking gemeinsam mit MasterCard - und in Europa die Expansion recht erfolgreich läuft, wendet man sich wieder einmal China zu. Die Spanier waren ja schon bisher an China Unicom - und umgekehrt - beteiligt. Während der bisherige spanische Anteil am chinesischen Netz noch marginal war, wird er nun auf 9,7 Prozent aufgestockt. Umgekehrt steigt der Anteil der Chinesen an Telefónica lediglich auf 1,37 Prozent. Insgesamt haben die beiden Netzbetreiber formal jeweils 1,5 Milliarden Dollar im jeweils anderen investiert. Bei einer (nicht ganz korrekten) Umrechnung der Prozentanteile bewertet diese die Telefónica mit fast 110 Milliarden Dollar und China Unicom mit 15,5 Milliarden Dollar. Interessanter sind da die Kundenzahlen: Telefónica hat nach eigenen Angaben eine Kundenbasis von über 280 Millionen in 25 Ländern; Unicom mehr als 310 Millionen Kunden in einem Land. Zusammen haben beide also fast 10 Prozent der Weltbevölkerung als Kunden.
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2011-01-20: MOBILE TIMES Weekly 0373
Australische Frequenzbewertung - Verkehrsreiche Städte - CES in Las Vegas
    Australien hat sich entschlossen, die Verwendung des 400 MHz Bandes zu untersuchen und neu zu verteilen. Änderungen sind jedenfalls im Bereich 403 - 470 MHz geplant, der derzeit exklusiv dem Staat vorbehalten ist. Der Bereich 450 - 470 MHz soll in einen 10 MHz Duplex-Bereich und schmalbandige Bereiche mit einem Raster von 12,5 Kilohertz geteilt werden, wobei jetzt schon ein 6,25 Kilohertz Kanal für den terrestrischen Funk vorgesehen wird. Grund für die Neuplanung ist die inzwischen kaum mehr zu übersehende Überlastung des staatlichen Frequenzbereiches.
Das Ranking:
1. London
2. Paris
3. Dublin
4. Berlin
5. Stockholm
6. Hamburg
7. Manchester
8. Lyon
9. Wien
10. Marseilles
    Die Verkehrsexperten von NAVTEQ Traffic wollten wissen, welche zehn Städte in Europa während der «rush hour» das höchste Verkehrsaufkommen haben. Basis dafür waren die Verkehrsmeldungen, zu denen auch einige Milliarden so genannter GSM-Spuren zählen. Dabei stellte sich heraus, dass der Verkehrsfluss nicht nur von so genannten variablen Faktoren, wie Verkehrsunfällen, Tageszeit oder Witterungsverhältnissen abhängt, sondern auch konstante Faktoren (Flüsse und Seen, Küstengebiete, kleine Täler, hohe Berge, Bevölkerungsanteil, Arbeitsplätze in der Stadt etc.) eine Rolle spielen.
    Frankreich hat also drei, Deutschland und Grossbritannien haben je zwei und Irland, Österreich und Schweden je ein der TOP10 verkehrsreichsten Städte. Überhaupt nicht kommt Italien vor, von dem ja alle meinen, dass dort der Verkehr besonders schlimm ist.
    Mit der Consumer Electronic Show CES in Las Vegas hat der Reigen der Präsentationen von Neuheiten 2011 begonnen. Nicht dabei - obwohl es manche Tageszeitungen gesehen haben wollen - ein Tablet von Microsoft. Dafür gab es erneut den Versuch der Redmonder, ihr Betriebsystem als ein alle Plattformen übergreifendes zu präsentieren. Windows 8 soll das Kunststück möglich machen und vom Handy bis zum Server alle Geräte als Basis nutzen können. Die wirkliche Masse an Neuheiten dürfte aber Android für sich verbuchen können. Mit dem Motorola ATRIX geht offensichtlich ein alter Traum in Erfüllung: Man steckt das Smartphone in eine Art Laptop und hat dann einen vollwertigen mobilen Computer mit Monitor und Tastatur. Ein Datenabgleich ist dann eigentlich nicht mehr nötig. Sichern sollte man allerdings trotzdem. Einen anderen Weg geht das Iota FLEX mit dem Schweizer Herzen: SIM und Verbindung werden in einen Clip ausgelagert an den man via Bluetooth alle möglichen Geräte anschliessen kann. Die Hersteller haben kaum erst begonnen Slots für microSDHC bis 32 GB einzubauen, da bringen die Anbieter bereits die ersten Wechselspeicher für microSDXC mit 128 GB auf den Markt.
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2011-01-06: MOBILE TIMES Weekly 0372
Streit in Polen beigelegt - Mobile Welthauptstadt - VimeplCom+Orascom geplatzt?
    Während der jahrelange Streit um den polnischen Netzbetreiber PTC zwischen Deutsche Telekom, Elektrim und Vivendi Universal nun offensichtlich beigelegt ist, scheint es zwischen Altimo und Telenor bezüglich VimpelCom trotz des Friedensschlusses im Jahr 2009 wieder Reibereien zu geben, denn Telenor wünscht den geplanten Zusammenschluss mit Orascom bzw. Weather Investments unter den ausgehandelten Bedingungen nicht.
    Unter den neuen Geräten ist das erste Dual Core Modell von LG Electronics besonders zu erwähnen, aber auch die professionellen DECT-Systeme von Sennheiser stechen heraus. Und schliesslich ist auch das lange erwartete N8 offensichtlich endlich voll lieferbar. Allerdings haben einige Leser bereits Kritik an dem Modell geäussert, die sich vor allem auf die mechanische Gestaltung bezieht.
    Die GSM Association ist auf der Suche nach dem «Mobile World Capital». Diese Hauptstadt der mobilen Welt soll weit mehr als der Ort des jährlichen Mobile World Congress sein, sondern eine breite Auswahl an akademischen und Geschäftsentwicklungsmöglichkeiten beinhalten, kulturelle Festivals und Programme und die Bildung eines permanenten Zentrums der Branche realisieren. Sechs Städte stehen in der engeren Auswahl: Amsterdam, Barcelona, Köln, Mailand, München und Paris. Im Zentrum der Stadt soll sich das «Mobile World Centre» befinden, das Technologieausstellungen, Museumsfunktionen, einen Einzelhandelsbereich, ein mobiles Café, Büroflächen und mehr bieten soll.
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2010-12-18: MOBILE TIMES Weekly 0371
Nokia kontrolliert Symbian - Finnische Kommunikationsprobleme - Das grosse Warten
    Nokia hat sich bekanntlich die volle Kontrolle über Symbian geholt und gleichzeitig die eigene Entschlossenheit unterstrichen, an diesem mobilen Betriebssystem festzuhalten. Auf dem Umweg über die Gründung der Symbian Foundation wurden alle Miteigentümer ausgekauft. Nun hat also Nokia alleine das Sagen. Die Foundation wird nicht aufgelöst - zumindest vorerst nicht - und als Lizenzgeber erhalten bleiben. Das ist für den asiatischen Markt sehr wichtig, wo Symbian - neben Europa - ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Vor allem gibt es in Asien eine Reihe von Herstellern, die auf Symbian setzen und gewiss nicht auf ihre Handys «unter Lizenz von Nokia» schreiben wollen.
    Mit dem Vorspann «Die finnische Sprache ist schwierig, besonders wenn man versucht sexy zu klingen» macht die dänische Strand Consult einen Kommentar zum ihrer Meinung nach grössten Problem von Nokia auf: Nicht Apple und das iPhone, sondern die Fähigkeit mit der Welt ausserhalb von Nokia zu kommunizieren. Strand will interessiert beobachten ob der neue Nokia-CEO Stephen Elop besser kommuniziert als sein Vorgänger Olli-Pekka Kallasvuo. Dessen Jus-Abschluss habe sicher nicht zu seinen Kommunikationsfähigkeiten beigetragen. Elop habe aus seiner Zeit bei Macromedia grosse Erfahrung in der Kommunikation mit der US-Presse, die offensichtlich dauernd ein sehr einseitiges Bild des Mobilfunkmarktes zeichnet. Viele amerikanische Journalisten wüssten gar nicht wirklich, dass es ausserhalb der USA einen Mobilfunkmarkt gibt - obwohl der amerikanische Anteil daran nur sieben Prozent ist und der Weltmarkt nach wie vor von Nokia auf allen Gebieten dominiert wird.
    Im Allgemeinen heisst derzeit am Weltmarkt die Devise weitgehend «Warten». Gewartet wird, wie sich die neuen Handys und Smartphones verkaufen; gewartet wird, welche Tarifmodelle im Weihnachtsgeschäft besonders gut ankommen; gewartet wird auch auf den Mobile World Congress und was es da an Neuigkeiten geben wird und wahrscheinlich auch auf die Neuverteilung der Frequenzen, die in vielen Ländern anstehen.
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2010-11-30: MOBILE TIMES Weekly 0370
Datenmissbrauch und Wiedergutmachung - Keine SIM-Karte mehr? - US-Zahlungssystem mit europäischer Hilfe
    Die Deutsche Telekom hat jetzt eine Geste der Verständigung nach dem Missbrauch von Telefondaten in den Jahren 2005 und 2006 gesetzt und rund 1,7 Millionen Euro an gemeinnützige Organisationen gespendet. Nach eigenen Angaben sieht der Konzern seine Spende als bewusste Geste gegenüber den Mitgliedern von Aufsichtsräten, Betriebsräten, Gewerkschaftsangehörigen und deren Familien, die in grosser Zahl von dem Telefondatenmissbrauch betroffen waren. Unter den Spendenempfängern: FoeBuD Mach meinen Kumpel nicht an!, ver.di Sozialverein Journalisten helfen Journalisten, Europäische Akademie der Arbeit an der Universität Frankfurt/Main. Zusätzlich haben der Konzern und die Anwälte der betroffenen Aufsichtsräte, Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter eine Vereinbarung über die Möglichkeit einer Entschädigung der betroffenen Mandanten wegen der Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte geschlossen.
    Während der Grossteil der Handy-Welt fasziniert auf die neuen Smartphones und die damit einhergehenden Sonderangebote der Netzbetreiber starrt, brauen sich am Horizont anscheinend dunkle Wolken zusammen. Mit technischen Argumenten soll die frei wechselbare SIM-Karte durch ein fix eingebautes Modul ersetzt werden. Da derzeit die Politiker der Europäischen Union offensichtlich ganz mit dem Durchsetzen ihrer überdurchschnittlichen Gehaltsforderungen beschäftigt sind, interessiert sie wahrscheinlich dieser Anschlag auf die mobile Freiheit nicht wirklich. Auch die meisten Fachmedien haben dieses Vorhaben noch nicht kommuniziert. Die GSMA hat aber auch mit Hongkong einen nicht ganz so zentralen Platz ausgesucht, um ihre Pläne zu publizieren.
    Mehr und mehr der angekündigten neuen Smartphones und Mobiltelefone werden nun verfügbar und auch bei den mobilen Zusatzeinrichtungen gibt es einige Neuheiten zu berichten. In der Schweiz wird es demnächst eine VISA-Karte mit eingebauter Tastatur geben und drei grosse US-Netzbetreiber sind am Weg zu einem gemeinsamen mobilen Zahlungssystem und haben sich als Partner die britische Barclays Bank ausgesucht. Apple-Fans können jetzt endlich die Beatles bzw. ihre Werke über iTunes beziehen und die Handyhersteller als Gruppe freuen sich über einen neuen Rekordabsatz im dritten Quartal.
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2010-11-16: MOBILE TIMES Weekly 0369
Neuer MVNO-Schwung - Motorola ist wieder da - Bauteilemangel bei Smartphones
    In Deutschland kehrt neuer Schwung in die MVNO-Szene ein. Bekannte Anbieter erweitern ihr Portfolio und Festnetz- und Kabelanbieter entdecken Mobilfunk als zusätzliches Angebot. Kein Wunder, dass da der grösste Automobilclub ADAC auch mithält und einen Sicherheitsgurt fürs Handy anbietet.
    Auch bei den Herstellern tut sich einiges. So ist Motorola in Europa schon wieder recht aktiv und setzt jetzt zur Abwechslung auf Android. Aber bei Betriebssystemen hat sich Motorola noch nie durch Konsequenz ausgezeichnet. Microsoft bzw. die Hersteller von Smartphones mit Windows Phone 7 werden derzeit - so zumindest US-Medienberichte - durch Nachschubmangel bei den Bauteilen gebremst. In Grossbritannien erhalten Orange-Kunden bereits Gutscheine um sie für die Wartezeiten zu entschädigen. Angeblich ist nicht nur Orange in Europa sondern auch AT&T in den USA betroffen. Die Ursache soll bei einem Mangel von Samsung AMOLED liegen, weshalb HTC teilweise auf SuperLCD von Sony zurückgreifen soll.
    Der Kampf um die Betriebssysteme insgesamt hat wieder ein neues Kapitel. Nachdem Nokia eine Veränderung in der Symbian Foundation von einer Entwicklungs- zu einer Lizenzierungsgemeinschaft angekündigt hat, gab es sofort Vermutungen, die von einem Ende für Symbian sprachen. Nokia allerdings schwört geradezu Stein und Bein, dass man weiterhin seine eigenen Ressourcen in Symbian investieren werde.
    Maxdata als übergreifender Anbieter ist wieder da nachdem die österreichische Quanmax die Schweizer Belinea gekauft und in Maxdata umfirmiert hat. Quanmax, zu der auch Quanta, ChilliGreen, SecureGuard und Funworld gehören, ist damit international noch breiter aufgestellt als bisher.
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2010-11-08: MOBILE TIMES Weekly 0368
LTE startet überall - Kupferkabel mit 825 Mbit/s - Energiesparen beim Breitband
    LTE wird langsam Realität. In Deutschland hat die Telekom erstmals mit LTE im 800 MHz-Band begonnen. Das sind jene Frequenzen, die nach der Digitalisierung den TV-Anbietern weggenommen und als «Digitale Dividende» an Mobilfunker versteigert wurden. Überall wird fieberhaft an LTE gearbeitet. In den USA hat es keiner der so genannten «Grossen Vier» - AT&T, Verizon, T-Mobile und Sprint - geschafft, als erster mit LTE an den Start zu gehen. Das blieb dem relativen Newcomer MetroPCS im Grossraum Dallas/Fort Worth vorbehalten. Noch verblüffender ist, dass MetroPCS bisher auf CDMA gesetzt hat und nun mit dem von der GSM-Gemeinschaft favorisierten LTE startet.
    Doch auch alte Technologien bleiben uns erhalten. Beim traditionellen Kupferkabel geht nach wie vor die Jagd dem endgültigen Weltrekord für Datenübertragung weiter. Nun meldet Nokia Siemens Networks, dass man mit 825 Mbit/s einen neuen Weltrekord erzielt habe. Als Technologie kam das so genannte «Phantom DSL», bei dem quasi parallel zu den zwei physikalisch vorhandenen Kupferdrähten ein virtueller Kanal («Phantomkanal») errichtet wird, zum Einsatz. Die 825 Mbit/s wurden auf einer Leitung von 400 Metern erzielt. Mit der Länge der Leitung fällt die Geschwindigkeit ab, dennoch waren es bei 500 Meter Kabellänge noch immer 750 Mbit/s.
    Die Telekombetreiber wollen ihre Energierechnungen nur zu gerne reduzieren. Deshalb haben viele von ihnen wohl mit Begeisterung den von der EU gewünschten «Code of Conduct on Energy Consumption of Broadband Equipment» unterzeichnet, in dem sie sich verpflichten, ihren Energiekonsum zu beschränken. Alleine für die Breitbandinfrastruktur braucht man nach derzeitigen Berechnungen schon 2015 an die 50 TWh (Terrawattstunden) pro Jahr. Die Verpflichtungserklärung soll zu einer Reduktion auf 25 TWh pro Jahr führen.
    In den letzten Monaten hat sich bei Übernahmen etc. nicht so viel getan, wie im ersten Halbjahr. Dennoch gibt es Interessantes zu berichten: McAfee wird von Intel gekauft, nicht ohne vorher selbst tenCube geschluckt zu haben. Intel war damit aber noch nicht fertig, sondern kaufte auch noch das Mobilfunkgeschäft von Infineon. Wen wir gleich in München bleiben: Der Masseverwalter hat für die marode Cinterion einen Käufer gefunden und es ist kein Investmentfonds, sondern mit Gemalto ein echtes Schwergewicht der Branche. Noch interessanter dürfte langfristig der Übergang von rund 1.100 Mitarbeitern aus Forschung und Entwicklung von Nokia an die japanische Renesas sein. Das waren zwar nicht die einzigen Verkäufe, aber wohl die spektakulärsten. Diese und weitere finden Sie in der Rubrik Round-Up von MOBILE TIMES Weekly 0368. Marktanalysen über das dritte Quartal 2010 bilden dort den Schwerpunkt des Kapitels Propheten, Analysten und Statistiker. Kernaussage: Apple ist unter den TOP 5.
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2010-10-27: MOBILE TIMES Weekly 0367
Netzwerkmarkt - Yelp in Deutschland - Win Phone 7 startet - 800 × 480 ist nicht 16:9
    Hewlett Packard hat 3Com übernommen und wird damit im Netzwerkmarkt die Nummer 2 hinter Cisco. Laut In-Stat bezieht sich der Platz 2 auf die Zahl der ausgelieferten Ethernet Ports. D-Link fällt dadurch zurück. Die Dominanz von Cisco ist - wieder laut In-Stat - mit einem Anteil von 20 % aber nicht so gewaltig.
    Yelp, der community-basierte Suchdienst für lokale Unternehmen, weitet seinen Dienst auf Deutschland als zweites nicht englischsprachiges Land aus. Vor Yelp Deutschland starteten im Mai 2010 Yelp France im Juni 2009 Yelp Ireland und im Januar 2009 Yelp UK. Der Heimatmarkt von ist eigentlich die Bay Area rund um San Francisco.
    Im Anschluss an die Präsentation von Windows Phone 7 kamen natürlich die ersten Smartphones in die Schaufenster. Dell, HTC, LG und Samsung waren die ersten, die Smartphones mit Windows Phone 7 vorstellten. Laut Microsoft sind neun Modelle bei 60 Netzbetreibern verfügbar. Neben dem Windows-Hype ging fast unter, dass Nokia mit den Auslieferungen des neuen Flaggschiffs N8 mit Symbian^3 begonnen hat. Überraschend kommt auch Motorola in unseren Breiten mit einem neuen Handy auf den Markt. Das robuste Smartphone läuft unter Android 2.1. Gerne wirbt man inzwischen mit Display Seitenverhältnissen von 16:9, wozu aber die angegebene Auflösung von 800 × 480 nicht ganz passt. Die entspricht wohl eher 10:6 bzw. 16:9,6. Eine Ausnahme ist das neue Motorola. Bei dem ist das Verhältnis mit 16:8,99 tatsächlich fast exakt 16:9.
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2010-10-16: MOBILE TIMES Weekly 0366
Vanjoki ging schneller - Windows Phone 7 - DVB-T-probleme durch LTE?
    Anssi Vanjoki, der bei Nokia eigentlich noch eine Kündigungsfrist bis März 2011 hätte, hat zum 12. Oktober das Unternehmen bereits verlassen. Vorerst kümmert sich der ehemalige Microsoft-Manager und neue Nokia-General Stephen Elop um den Handybereich. Windows Phone 7 soll dennoch nicht eingesetzt werden.
    Die Präsentation von Windows Phone 7 war für viele Berichterstatter im Mobilfunkgeschäft das wichtigste Ereignis der vergangenen Woche. Daneben verblasste etwas, dass Research in Motion die Entwicklungsplattform «Enterprise Application Middleware» vorgestellt hat.
    Die Werbung am Display des Smartphones wird mehr und mehr üblich. Nachdem Apple mit seinem Ad-Network begonnen hat - hierzulande ist davon ja noch nichts zu merken - zogen andere bald nach. Selbst Opera, mit dem Opera Mini sehr stark ins Mobilfunkgeschäft involviert, hat ein eigenes Anzeigennetz aufgezogen.
    In Deutschland gibt es erste Probleme mit der «Digitalen Dividende»: Nachdem der Regulator die Räumung der nun für den Mobilfunk vorgesehenen Kanäle oberhalb der Nummer 60 angeordnet hat, hat die RTL-Gruppe, dort wie sie davon betroffen ist, die terrestrische Versorgung über DVB-T eingestellt und wirft dem Regulator vor, das Problem von Störungen des Fernsehens vor allem durch LTE nicht genügend untersucht zu haben.
    Intel macht einen neuen Anlauf ins Mobilfunkgeschäft und hat den entsprechenden Bereich von Infineon, ehemals Siemens, mit 3.400 Mitarbeitern gekauft. RIM hat das neue Betriebssystem für Tabletts vorgestellt und Microsoft scheint mit Windows Mobile 7 endlich eine ernsthafte Antwort auf die Herausforderer, durch die es allesamt schon überholt worden ist, gefunden zu haben
    Kaspersky Lab hat bereits die zweite Version eines SMS-Trojaners entdeckt, der Android-Smartphones attackiert. Der Trojaner wird über russische Webseiten verbreitet, die bei der Internetsuche nach pornografischen Videos an den ersten Stellen gelistet sind. Android-Nutzer dieser Seiten werden direkt dazu aufgefordert, sich den neuen Trojaner herunter zu laden, während andere Besucher den eigentlichen Inhalt erhalten.
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2010-10-06: MOBILE TIMES Weekly 0365
Japan-GPS, VimpelCom & Weather, Ovi
    MICHIBIKI heisst der erste japanische Navigationssatellit, der von der JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) Ende September an Bord einer Trägerrakete von Mitsubishi Heavy Industries in den Orbit geschossen wurde. Der Satellit wurde in eine quasi-zenitale Flugbahn gebracht, der zwar die gleiche Periode von 23 Stunden und 56 Minuten wie ein geostationärer Orbit hat, aber durch eine elliptische Bahn mit einer grösseren Höhe über Japan dort auch länger «sichtbar» bleibt. MICHIBIKI heisst übrigens so viel wie leiten oder den Weg zeigen. Der Satellit soll - zusammen mit zwei weiteren - das GPS-System der USA ergänzen.
    Eine Elefantenhochzeit der besonderen Art feiern VimpelCom und Weather Investments. Damit wird VimpelCom via Weather zum Mehrheitseigner der Orascom Telecom Holding und zum Alleineigentümer von Wind in Italien. Die Orascom-Beteiligungen in Ägypten (ECMS) und Nordkorea (Koryolink) werden aus dem Verkauf herausgenommen und gehen an die gegenwärtigen Aktionäre von Weather. Auch Wind Hellas in Griechenland ist von der Transaktion ausgenommen. Es bleiben aber Netze in 20 Ländern in Europa. Asien, Afrika und Kanada, die an den russischen Riesen fallen. VimpelCom ist derzeit in Armenien, Georgien, Kambodscha, Kasachstan, Kirgisien, Russland, Tadschikistan, Ukraine, Usbekistan und Vietnam aktiv und Weather bzw. Orascom in Ägypten, Algerien, Bangladesch, Griechenland, Italien, Kanada, Nordkorea, Pakistan und Tunesien.
    Dass die Weihnachtszeit näher rückt, merkt man schon daran, dass jetzt sukzessive die vielen angekündigten Produkte lieferbar werden. Die neuesten Nokia-Produkte zeigen, dass der finnische Hersteller - entgegen aller Unkenrufe - nach wie vor auf Symbian setzt. Statt Microsoft Windows Mobile ist halt jetzt ganz offensichtlich Android der Hauptkonkurrent. RIM hat das erwartete BlackBerry PlayBook doch noch rechtzeitig vor Weihnachten vorgestellt und praktisch zeitgleich auch mit BlackBerry Enterprise Application Middleware eine Entwicklungsplattform, die es kommerziellen Entwicklern erleichtern soll, «Super App»-Unternehmensanwendungen und -Services für BlackBerry Smartphones zu erstellen. IBM Interactive sowie die Kunden ING DIRECT, Oracle und SAP haben schon Pläne vorgestellt, wie sie mit Hilfe der neuen Plattform neue «Super App»-Lösungen und Services entwickeln wollen.
    Inzwischen warten alle gespannt auf Microsoft. In Kürze soll in New York Windows Phone 7 vorgestellt werden. Dazu kündigte der Microsoft-Manager Achim Berg in der deutschen ZEIT für den Herbst das wahrscheinlich das heftigste Quartal in der Geschichte des Mobilfunks an und lässt durch Andeutungen erwarten, dass sich Microsoft diesmal nicht auf Geschäftskunden, sondern auf Endkonsumenten konzentrieren will.
    Nokia meldet für die Ovi-Dienste mit 1. Oktober weltweit 140 Millionen Kunden und 200.000 Neubeitritte täglich. Die Zahl der Downloads pro Tag beträgt aktuell 2,3 Millionen. 70 Entwickler haben für ihre Produkte bereits mehr als eine Million Downloads zu verzeichnen. Ovi ist in mehr als 190 Ländern verfügbar. Ovi Maps ist in 78 Ländern verfügbar und Ovi Music in 38. Ovi Mail und Ovi Chat haben mehr als 17 Millionen Konten und Nokia Messaging hat eine aktive Nutzerbasis von vier Millionen. Ovi Life Tools hat in China, Indien und Indonesien 4,7 Millionen Abonnenten.
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