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2009-01-13: MOBILE TIMES Weekly 0332
Telekommunikation und die «Wirtschaftskrise»
Willkommen in einem Neuen Jahr, das nach Ansicht vieler Menschen zu einem sehr schweren Jahr wird. Bedenkt man aber, dass die Milliardenpakete zur Rettung der Banken, die Staaten weltweit jetzt auf die Beine stellen, in der Zukunft vom kleinen Steuerzahler finanziert werden müssen, kommen wohl noch härtere Zeiten auf uns zu. Zusätzliche Einnahmequellen der Staaten, die diese Belastung verringern könnten, scheinen auszutrocknen. Eine 3G-Lizenz in Indien scheint derzeit um knapp 650 Millionen Euro zu bekommen zu sein. Wenn man bedenkt, wie viele Milliarden noch vor wenigen Jahren eine Lizenz in europäischen Ländern gekostet hat, könnte man mit diesen Beträgen die Banken recht bequem finanzieren. Dennoch versuchen einige Regierungen mit Lizenzverkäufen gerade jetzt zu Geld zu kommen. Belgien will acht neue Mobilfunklizenzen vergeben, China vergibt die lang erwarteten 3G-Lizenzen und auch in Jordanien wird wenigstens eine 3G-Lizenz vergeben - weitere sollen in zehn Monaten folgen.
Seltsam ist ja eigentlich, das die Turbulenzen um das russische Gas so gar nicht auf die Telekommunikation durchschlagen, wo doch in vielen Ländern Strom mit Gasturbinen erzeugt wird und der Energieaufwand für die Infrastruktur, an der fast alle unseren elektronischen Spielzeuge hängen, bei den meisten Betreibern der grösste Posten im Sachaufwand ist. Man glaubt gar nicht, wie viel Strom so ein Mobilfunknetz braucht, auch wenn gar niemand telefoniert.
Auch etwas zum Nachdenken: Die ob ihrer Handhabung in Bangladesch im letzten Jahr geradezu ans Kreuz geschlagene Telenor ist laut dem DJSI, der den behutsamen Umgang mit der Umwelt misst, seit zwei Jahren weltweiter Spitzenreiter unter den erfassten Mobilfunkunternehmen. Wenn die hart kritisierte Telenor die beste Firma des Sektors ist - wie schauen dann die anderen aus?
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2009-01-05: MOBILE TIMES Weekly 0331
Glasfaser oder Kupferkabel
In Kalifornien wurde ein interessanter Streit vorerst mit einer Entscheidung der zuständigen Staatskommission beendet: Dürfen die grossen Netzbetreiber ihre Kupferverkabelungen zu den Häusern einfach still legen und durch Glasfasern ersetzen? Die Frage klingt banal, aber viele alternative Betreiber nutzen auch in den USA genau diese auf Kupfer basierende Infrastruktur, um Breitbanddienste anzubieten. Die Entscheidung der California Public Utilities Commission (CPUC), dass die «Grossen», bevor sie die Kupferleitungen entfernen, zuerst mit den «Kleinen» freundschaftlich reden sollten, wird von den «Kleinen» CLECs (Competitive Local Exchange Carriers) scharf kritisiert und als Kniefall vor den grossen ILECs (Incumbent Local Exchange Carriers) angesehen. Vermutlich wird sich die CPUC mit dem Thema wieder beschäftigen, so bald ein ILEC nach einem freundschaftlichen Gespräch mit einem CLEC die Kupferleitungen entfernt hat.
Weltweit sind die Propheten, die in den letzten Jahren gegen Jahresschluss immer genau gewusst haben, was im jeweils nächsten Jahr passieren wird, im Bezug auf 2009 auffällig still. Lediglich die Chartisten, deren Regeln ähnlich wie bei ernsthaften Astrologen auf langjährigen Beobachtungen - nein nicht der Sterne, sondern der Aktienkurse - beruhen, ziehen wie eh und je ihre Linien durch die Charts.
Der für den Jahreswechsel typischen Flaute an neuen Geräten stehen unzählige Meldungen über Aufträge, Kooperationen, Fusionen und auch Pleiten gegenüber. Viele Meldungen beschäftigen sich mit Personalreduktionen; andere mit schlechten Bilanzzahlen. Jubelmeldungen gibt es kaum noch - ausser vom Weihnachtsgeschäft, das dem Vernehmen nach geradezu sensationell gewesen sein muss, wenn man die vorhergehenden Hiobsbotschaften auch gelesen hat.
Dennoch: 2009 wird ein spannendes Jahr. Ob es auch erfreulich wird? Unsere «Propheten» verheissen uns nichts Gutes - aber die haben ja noch vor kurzem auch für 2008 herrliche Zeiten prognostiziert.
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